Aortenklappenrekonstruktion –
Die Alternative bei Aortenklappeninsuffizienz

Jeder Zehnte hat hierzulande damit zu tun – oft ohne es zu wissen. Denn eine Aortenklappeninsuffizienz entwickelt sich meist schleichend und kann über lange Zeit unbemerkt bleiben. Die Funktionsstörung der Herzklappe führt zu einer Vergrößerung der linken Herzkammer und kann irreparable Schäden am Herzmuskel verursachen. Doch was genau ist eine Aortenklappeninsuffizienz und wie ist sie zu beheben?

Das läuft falsch bei einer Aortenklappeninsuffizienz

Unser Herz besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Hauptkammern. Die linke Hauptkammer leistet beim Pumpen des Blutes die Hauptarbeit. Am Übergang zur Hauptschlagader (Aorta) sitzt die Aortenklappe, die als Auslassventil fungiert. Von der linken Hauptkammer tritt das mit Sauerstoff angereicherte Blut seine Reise durch den Blutkreislauf an. Die Aortenklappe öffnet sich beim Pumpvorgang vollständig und bietet dem Blutfluss keinerlei Widerstand. Genauso vollständig verschließt sie sich wieder, wenn die Herzkammer nach dem Pumpintervall erschlafft. Ähnlich wie ein Rückschlagventil verhindert die geschlossene Aortenklappe, dass das Blut in die Kammer zurückfließt. Schließt die Aortenklappe unvollständig, sprechen Mediziner von einer Aortenklappeninsuffizienz.

Eine Aortenklappeninsuffizienz stellt eine große Belastung für das Herz dar, da ein Teil des Blutes in die Herzkammer zurückströmt. Gleichzeitig gelangt weniger Blut in den Blutkreislauf – Pumpleistung und Pumpfrequenz des Herzens steigen. Auch die Herzkranzgefäße werden nicht mehr richtig durchblutet. Außerdem hat die Herzkammer aufgrund des Rückflusses ein größeres Blutvolumen zu bewältigen. In der Folge erweitert sich die Herzkammer und die Herzwände verdicken sich. Das kann zu einer Schädigung des Herzmuskels und zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen. Auch bilden sich in der überdehnten Herzkammer häufig Blutgerinnsel. Gelangen diese in die Blutbahn, besteht die Gefahr eines Schlaganfalls.

Herzklappenrekonstruktion
© Monet / Fotolia

Dieses Verfahren kann helfen: die Aortenklappenrekonstruktion

Lange Zeit galt der Austausch der Aortenklappe durch mechanische oder biologische Klappen noch als Königsweg. Als Alternative rückt aber die Rekonstruktion der Aortenklappe immer mehr in den Fokus. Bei diesem Verfahren werden Form und Funktion der defekten Aortenklappe chirurgisch so rekonstruiert, dass sie wieder vollständig schließt.

Die Vorgehensweise ist je nach Ursache und Ausprägung der Aortenklappeninsuffizienz unterschiedlich. So weist die Herzklappe mitunter eine Fehlbildung auf und besteht nur aus zwei statt aus drei Gewebetaschen. Oder es liegt eine erweiterte Hauptschlagader vor, die zu einer Verformung der Aortenklappe führt. Je nach Erfordernis reduziert oder strafft der Chirurg den Aortenklappenring durch gezieltes Setzen von Nähten. Mitunter verstärkt er auch die Aortenklappe mit einer Rohrprothese, um vollständige Dichtigkeit zu erzielen. Falls erforderlich, remodelliert der Chirurg das Aortenklappengewebe und passt es entsprechend an.

Vorteile für den Patienten

Doch Erfahrungswerte bei der Aortenklappenrekonstruktion zeigen, dass das Verfahren eine hervorragende Alternative zur künstlichen Herzklappe ist. Zwar ist die mechanische Herzklappe bisher die dauerhafteste Lösung – doch bietet die Aortenklappenrekonstruktion andere Vorteile gegenüber künstlichen Herzklappen. So besteht kaum ein Risiko für Blutgerinnselbildung oder Entzündungen. Der Vorteil für den Patienten: Die belastende lebenslange Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten und die damit verbundene engmaschige Kontrolle entfallen. Auch die Komplikationsrate ist niedriger.

In der Medizin gilt immer, dass die eigenen Organe auch die besten sind. Wenn die Rekonstruktion der Aortenklappe im individuellen Fall Erfolg erfolgversprechend erscheint, kann sie dem Patienten in der Folge mehr Normalität ermöglichen als mit einer Ersatzklappe. Deswegen sollte jeder Patient sich von einem erfahrenen Herzchirurgen untersuchen und beraten lassen. Sollte eine Aortenklappenrekonstruktion in Frage kommen, kann der Patient davon sehr profitieren.

Univ.-Prof. Dr. Schäfers – Ein sehr erfahrener Herzspezialist

Hans-Joachim SchäfersUniv.-Prof. Dr. Hans-Joachim Schäfers, Direktor der Klinik für Thorax- und Herz-Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar, hat sich bereits vor Jahrzehnten der Herzchirurgie verschrieben. Bereits seit 25 Jahren führt er mit großem Erfolg Aortenklappenrekonstruktionen durch. Den Eingriff hat er bereits bei über 2.500 Patienten vorgenommen – mit dieser umfassenden Expertise rangiert Prof. Schäfers unter den Herzchirurgen Europas und weltweit ganz weit vorne. Bei den von Professor Schäfers durchgeführten Aortenklappenrekonstruktionen sind die geringe Komplikationsrate und die sehr guten langfristigen Ergebnisse hervorzuheben.

Darüber hinaus konnte Professor Schäfers im Laufe der Jahre die gängigen Verfahren weiter verbessern. Zahlreiche Chirurgen weltweit übernahmen die von ihm entwickelten Optimierungen.

Auf cardio.guide ist Prof. Schäfers außerdem als medizinischer Berater tätig. Möchten Sie mehr über den Experten erfahren? Besuchen Sie sein Profil – hier können Sie auch direkt kostenlos mit ihm in Verbindung treten.


von Die Redaktion. 17.06.2018


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.