Erhöhen frittierte Speisen das Risiko auf Herzerkrankungen?

Hier eine Portion Pommes, dort ein kross frittiertes Schnitzel. Lecker, oder? Mag sein – doch wer regelmäßig Frittiertes zu sich nimmt, läuft Gefahr, seinem Leben frühzeitig ein Ende zu setzen. Wer das für übertrieben hält, dem sei die Lektüre einer jüngst im British Medical Journal veröffentlichten US-Studie empfohlen. Insbesondere das Herz scheint in Öl Ausgebackenes übel zu nehmen.

Studie lässt aufhorchen

Dass frittierte Speisen nicht gerade gesundheitsfördernd sind, ist nichts Neues. Bereits vor einem Jahrzehnt standen frittierte Speisen im Verdacht, Krebs zu begünstigen. Nun droht neues Ungemach. Denn die bei uns Deutschen so beliebten Fritten bringen ein bis zu 13 % höheres Risiko mit sich, einen verfrühten Herztod zu erleiden. Das jedenfalls fanden Wissenschaftler an der University of Iowa heraus (hier geht’s direkt zur Studie).

Die Forscher werteten Fragebögen von rund 107.000 Frauen aus, die fünf Jahre lang ihr Essverhalten dokumentiert hatten. Der Fokus lag darauf, wie oft und in welchem Umfang die Probandinnen frittierte Speisen zu sich genommen hatten. Nach Ende der Fragebogenaktion wurden die betreffenden Frauen fast 20 Jahre lang medizinisch begleitet.

Frittierte Speisen
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Konsum von Frittiertem hat Auswirkungen auf die Herzgesundheit

Das Ergebnis gibt zu denken. Die Frauen, die mindestens einmal am Tag Frittiertes gegessen hatten, trugen ein 8 % höheres Herztodrisiko als die Teilnehmerinnen, die auf frittierte Speisen verzichtet hatten. Interessant: Der regelmäßige Genuss frittierten Huhns, Fischs oder Schalentieren trieb das Risiko noch weiter in die Höhe – hier lag es gar bei 13 %. In der Nachbegleitungsphase verstarben Frauen, bei denen täglich Frittiertes auf den Tisch kam, deutlich häufiger an einem kardiovaskulären Ereignis.

Transfette als gefährliche Spielverderber

Das dürfte die Lust an Frittiertem schmälern – es sei denn, man lebt nach dem Motto: „Genießen, bis der Arzt kommt“. Vielleicht wäre es besser, wenn die Fritteuse dauerhaft im Schrank bliebe. Denn beim Frittieren entstehen sogenannte Transfettsäuren, die nachweislich fatale Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Transfette kann der Organismus nicht verarbeiten – sie setzen sich an den Wänden der Blutgefäße ab (Arteriosklerose), legen sich wie eine klebrige Masse auf Zellwände und Nerven und treiben die Cholesterinwerte in die Höhe.

Das kann fatale Folgen haben und zu einem Gefäßverschluss im Herz oder Gehirn führen – es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Wen wundert’s, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache hierzulande ganz oben stehen. Grund genug, sein Essverhalten zu überdenken.

Und Vorsicht: Gefährliche Transfette stecken keineswegs nur in frittierten Speisen, sondern auch in industriellen Backwaren wie Donuts, Croissants und Keksen. Doch auch Fast Food wie Pizza, Burger und Fertiggerichte sind wahre Transfettbomben. Ganz zu schweigen von Chips, Cracker & Co.

Frittiertes mit Vorsicht genießen

Was also tun – all diese „Genüsse“ aus unserem Leben verbannen? Sicher – kaum einer wird an einer gelegentlichen Portion Pommes versterben. Wobei die Betonung hier auf gelegentlich liegt. Wer sich ansonsten gesund ernährt, täglich frisches Obst und Gemüse auf den Tisch bringt und weitgehend auf Industriebackwaren und Fertiggerichte verzichtet, hat alles richtig gemacht. Nicht zu vergessen die regelmäßige Bewegung – denn ohne die ist auch die gesündeste Ernährung nur halb so viel wert!


von Die Redaktion. 07.03.2019


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