Studie zeigt: Grippe erhöht temporär das Herzinfarktrisiko

Jedes Jahr aufs Neue geistern im Winter Berichte über grassierende Grippewellen durch die Medien. Doch derzeit macht die Influenza in einem ganz anderen Zusammenhang Schlagzeilen – und die lassen aufhorchen. Kanadische Wissenschaftler fanden Erstaunliches heraus: Grippe kann bei den Erkrankten zu einem Herzinfarkt führen. Freilich ist hier nicht der grippale Infekt gemeint, den wir umgangssprachlich leichthin als Grippe bezeichnen. Doch beunruhigend ist es allemal. Wir haben für Sie recherchiert, was es damit auf sich hat und wer besonders gefährdet ist.

Influenzavirus erweist sich als Gefahr für das Herz

Schon seit Langem vermuteten Wissenschaftler einen kausalen Zusammenhang zwischen Grippe und Herzinfarkt. Jetzt konnten Mediziner einer Forschungsgruppe der Universität Toronto diese Vermutung erstmals durch Labortests bestätigen. Ältere Studien stützten sich lediglich auf klinische Symptome der Grippe. Allein von der Symptomatik her ist die echte Influenza jedoch nur schwer von anderen Atemwegserkrankungen zu unterscheiden. Jetzt ist ein hochspezifischer Erregernachweis der Influenzaviren im Labor möglich.

Den Erkenntnissen der Fall-Kontroll-Studie nach steigt das Risiko, in der ersten Erkrankungswoche einen Herzinfarkt zu erleiden, um das Sechsfache. Nach sieben Tagen geht das Risiko wieder auf den Normalwert zurück.

An einer Grippe sind zahlreiche verschiedene Viren beteiligt, die entweder der Gruppe der Influenza-A- oder der Influenza-B-Viren zuzuordnen sind. Influenzaviren vom Typ B stellten sich in der Studie als besonders gefährlich und aggressiv heraus. Zwar sind sie für den kleineren Teil der Grippeerkrankungen verantwortlich – doch lösen sie deutlich mehr Herzinfarkte aus. Die Studie brachte noch mehr zutage. Auch schwere akute Atemwegsinfektionen, die durch andere Erreger verursacht werden, erhöhen das Risiko eines Herzinfarkts – wenn auch in weit geringerem Maße.

Grippe kann einen Herzinfarkt begünstigen

Grippeimpfung als Prävention empfohlen

Die am 25. Januar 2018 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie fand größte Anerkennung in Fachkreisen. Bestätigt sie doch einmal mehr, dass die von Ärzten ausgesprochene Empfehlung, sich gegen Grippe impfen zu lassen, Gewicht hat. Eine präventive Grippeschutzimpfung könne dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu einer Grippe und damit zu einem Herzinfarkt komme – so die Autoren der Studie.

Leider lag die Impfrate bei den über 60-Jährigen hierzulande in den letzten Jahren bei nur 35 % – das verdeutlichen die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen. Gerade ältere Menschen über 60 gehören jedoch zu der Hochrisikogruppe, für die eine Grippe gefährlich werden kann. Doch auch Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, sind gefährdet.

Neben einer Grippeimpfung gebe es ganz einfache Mittel, einer Erkrankung vorzubeugen. So senke häufiges Händewaschen in Zeiten einer Grippewelle das Risiko, sich mit den gefährlichen Influenzaviren zu infizieren – so die Autoren der Studie. Dies gelte auch für andere ansteckende Viruserkrankungen.

Zwar ist eine Impfung nicht immer in der Lage, gegen Grippe zu schützen – dafür sind die Virenstämme einfach zu variabel. Doch eine Grippeschutzimpfung ist nach wie vor eine sinnvolle Präventionsmaßnahme. Zumal eine weitere Studie nahelegt, dass der Impfstoff nicht nur vor Influenza, sondern auch vor kardiovaskulären Ereignissen und Schlaganfall schützt. Das fanden Kardiologen der Universität Toronto anhand einer Meta-Analyse heraus. Sie wiesen eine relative Verminderung des Risikos um 36 % bei Patienten nach, die zuvor eine Grippeschutzimpfung erhalten hatten. Grund genug, sich spätestens vor dem nächsten Winter impfen zu lassen!


von Die Redaktion. 01.02.2018


4 Antworten auf „Studie zeigt: Grippe erhöht temporär das Herzinfarktrisiko“

  1. Ich habe gerade erfahren dass man durch die Grippe ein erhötes Risiko auf einen Herzinfarkt bekommt… Das ist sehr erschreckend. Deswegen finde ich es Wichtig wegen des erhöhten Herzinfarktrisikos unbedingt sich jährlich gegen Influenza impfen zu lassen. Vor allem sollten dass die ältere Menschen tun. Bei ihnen verläuft eine Grippe ohnehin meist kritischer und es dauert länger, bis sie ausgeheilt sind.
    Bei ihnen kommt ja noch dazu, dass sie aufgrund ihres hohen Alters und wegen Vorerkrankungen ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt haben.
    Natürlich haben auch jüngere Menschen, welche eine Herzerkrankung oder eine anderen Vorerkrankungen haben ein hohes Risiko, deswegen sollten sie sich ebenfalls jährlich mit der Grippeimpfung schützen.

  2. Ich bin in der Ausbildung als Fachfrau Gesundheit in der Spitex. Das eine Grippe ein Risiko auf ein Herzinfarkt ist war mir nicht bewusst. In der Spitex empfehlen wir unseren Klienten die Grippeimpfung zu machen. Das Abwehrsystem eines älteren Menschen kann Grippeerreger häufig nicht gut bekämpfen. Vor allem auch wenn sie unter der Krankheit Diabetes oder Herz- Kreislauf-Beschwerden leiden. Das Immunsystem verliert an Leistungskraft. Immungeschwächte Menschen (krebskranke)erholen sich nach der Grippe auch sehr schlecht und sind meist danach auch noch viel mehr geschwächt. Für den betroffenen Menschen kann dies sehr belastbar sein wie auch für sein Umfeld. In unserem Betrieb wurde uns empfohlen das auch wir selbst die Grippeimpfung machen. Wir wurden auch informiert über die Hygienemassnahmen > häufiges Händewaschen und regelmässige und korrekte Händedesinfektion.
    Ich persönlich finde es wichtig das man ältere Menschen darauf hinweist die Grippeimpfung zu machen. Vor allem im Altersheim ist es schnell passiert sich gegenseitig anzustecken da die Menschen oft nahe beieinander sind. Wenn sie sich nicht impfen lassen wollen würde ich sie informieren über Wichtigkeit vom Hände waschen und sich von den denen die die Grippe haben fernzuhalten.

  3. Ich bin eine Fachfrau Gesundheit EFZ Lernende in einem Altersheim. Ich wusste nich das eine „einfache“ Grippe ein Risiko von einem Herzinfarkt sein könnte. Unsere Brwohner sind alle über 60 jahre alt und sind im Winter wegen der trockenen Luft mehr anfällig eine Grippe zu bekommen. Es ist wichtig, dass ich meine Händedesinfektion besonders in den Wintertagen korrekt durchführe um eine Bakterielle weiterverschleppung zu verhindern. Ich achte auch darauf dass die Türgriffe ofer ander Flächen mehrmals desinfiziere. Wir fragen unsere Bewohner jedes Jahr ob sie die Grippenimpfung machen möchten.
    Es war sehr spannend diesen Blog zu lesen da ich selber nicht wusste, dass eine Grippe zu einem Herzinfarkt führen kann.

    1. Hallo Aila,
      vielen Dank für Ihren Kommentar und dass Sie Ihre Erfahrungen teilen. Es freut uns, dass Sie etwas dazu gelernt haben!
      Beste Grüße
      Debora Pape

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