Die Herz-Medizin macht riesige Fortschritte

Probleme mit dem Herzen sind für Betroffene eine große Belastung. Die Angst, dass das Herz schlappmacht, ist ein ständiger Begleiter und schränkt die Lebensqualität und teilweise auch die Leistungsfähigkeit ein. Einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden – ein Alptraum für jeden Menschen. Auch die Möglichkeit des Auftretens von Herzrhythmusstörungen, das Wissen um verkalkte Blutgefäße (Arteriosklerose) oder das Tragen eines Herzschrittmachers führen zu Verunsicherung und Angst im Alltag. Die Vorstellung, dass der eigene Körper den Menschen im Stich lassen kann, ist für viele unerträglich.

Da mag es ein Trost sein, dass die Herz-Medizin in der Diagnostik und bei den Möglichkeiten der Therapieverfahren gewaltige Fortschritte macht!

Herz

Enorme Verbesserungen für Herz-Patienten

Nach Prof. Dr. Hugo Katus, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DKG), führen Entwicklungen in der Herz-Medizin im Vergleich zu anderen Fachbereichen zu den größten Verbesserungen für die Gesundheit und das Leben der Betroffenen (Lesen Sie hier mehr: Quelle).

In der akuten Versorgung von Herzinfarkten und Schlaganfällen konnte die Sterblichkeit signifikant gesenkt werden. Bereits 2014 starben in Deutschland 45 Prozent weniger Menschen an einem Herzinfarkt als 1990. Auch die teilpräventive Katheter- und Herzschrittmachertherapie in Verbindung mit der Aufklärung über Risikofaktoren und eine gesunde Lebensweise hilft dabei, kardiologische Notfälle zu vermeiden.

Einen großen Fortschritt verzeichnen die Kardiologen auch bei chirurgischen Eingriffen am Herzen. Neue Verfahren, insbesondere minimal-invasive Techniken, befinden sich in einem stetigen Entwicklungsprozess. Über 60 Prozent aller Eingriffe an den Aortenklappen lassen sich heute bereits schonend minimal-invasiv durchführen – noch 2009 waren es nur rund 20 Prozent.

Diese Zahlen zeigen, wie rasant die Entwicklung fortschreitet. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat sich schon viel getan, und die Entwicklung geht weiter. Forscher aus Deutschland liefern dabei immer relevantere Beiträge und überflügeln mittlerweile die Herz-Forschung in den USA (Pressemitteilung der DGK, 12.10.2017). Die Chancen für Herzpatienten verbessern sich demnach stetig!

Patienten dürfen mitentscheiden

Eine wichtige Entwicklung für die Patienten stellt auch ihre wachsende Einbeziehung in die Therapieplanung dar. Unter dem sperrigen Begriff „Partizipative Entscheidungsfindung“ (PEF) verstehen die Mediziner die umfangreiche Aufklärung und gewissenhafte Beratung ihrer Patienten. Der Patient wird dabei nicht mehr aus der Diskussion der Experten über seinen Fall ausgeschlossen. Früher teilte der behandelnde Arzt dem Patienten mit, wie seine Behandlung zu erfolgen hat – etwa der Einsatz einer vom Schwein gewonnenen Herzklappe im Rahmen einer offenen Operation. Die Ärzte hatten zuvor beraten und die unter bestimmten Gesichtspunkten günstigste Therapie gewählt.

Dass diese Therapie nicht immer die beste für dessen persönliche Lebenssituation darstellte, wurde nicht berücksichtigt. So möchten sich ältere Menschen, die teilweise unter weiteren Erkrankungen leiden, unter Umständen nicht einer strapaziösen, aber aussichtsreichen Therapie unterziehen. Hier können Behandlungen interessanter sein, die zwar keinen langanhaltenden Erfolg zeigen, aber dafür den Patienten insgesamt weniger belasten.

Der mündige Patient, der selbst die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten kennt und – beraten durch seinen Arzt – selbst entscheidet, ist somit eine weitere wichtige Neuerung in der Medizin.


von Debora Pape. 13.10.2017


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