Smartwatches können Unregelmäßigkeiten im Puls erkennen

Schlechte Ernährungsgewohnheiten können unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, das ist ja nichts Neues. Vor allem die Arteriosklerose, also die schleichende Verstopfung der Blutgefäße, kann nach Jahren zu ernsthaften Erkrankungen, wie der Koronaren Herzkrankheit oder der Schaufensterkrankheit, führen. Die heute so moderne ungesunde Ernährung hat aber einen noch moderneren Gegenspieler: Den technologischen Fortschritt!

Überwachung des Gesundheitszustandes – Jederzeit!

Zum einen verbessert sich stetig die Medizintechnik in den Kliniken. Noch bessere Diagnosemethoden und schonende minimal-invasive Verfahren ermöglichen das immer frühere und effektivere Erkennen von Erkrankungsvorstufen. Aber das ist nicht alles! Für Menschen, die mitten im Lebens tehen, sind kleine technische Helfer viel interessanter. Sie kosten nicht viel, können aber eine große Wirkung entfalten.

Die Rede ist von Smartphones, Smartwatches, Fitness-Trackern und weiteren kabellosen, halb-intelligenten Geräten. Sie helfen nicht nur dabei, Buch zu führen über die Ernährung, über Symptome oder sportliche Aktivitäten. Je nach Gerät und Anwendung messen sie auch selbst medizinische Werte, wie etwa Herzschlag und Blutdruck. Verarbeitet und ausgewertet können diese Werte, zusammen mit weiteren Daten zur Lebensweise des Menschen, schon recht verlässlich auf den Gesundheitszustand ihres Nutzers schließen und ihm helfen, gesünder zu leben.

Smartwatches erkennen Vorhofflimmern

Viele Fitnessbänder und Smartwatches haben standardmäßig einen Herzfrequenz-Messer integriert. Eine winzige LED auf der Innenseite des am Arm getragenen Gerätes senden in schneller Folge Lichtimpulse aus und ein Fotosensor registriert das von der Haut reflektierte Licht. Da sich die Hautfarbe während der Herzschlag-Stadien leicht ändert, kann die Software auf diese Weise die Herzfrequenz berechnen. Ein neues interessantes Projekt von Apple geht nun über die einfache Messung der Herzfrequenz hinaus.

Smartwatches können Vorhofflimmern erkennen

Im Rahmen einer Studie entwickelte Apple einen Algorithmus, der bei der so gemessenen Herzfrequenz auch Unregelmäßigkeiten erkennen kann. 9750 Teilnehmer der Health eHeart Study ließen über eine gewisse Dauer ihren Herzschlag mit einer solchen Smartwatch messen. 347 der Teilnehmer litten bekanntermaßen an Vorhofflimmern. Nach der Auswertung der gesammelten Daten hatte der Apple-Algorithmus gelernt, normale Herzfrequenzen von unregelmäßigem Puls zu unterscheiden.

Dieses neue Wissen durfte der Algorithmus dann auch gleich an 51 weiteren, unbekannten Patienten anwenden. Unter Laborbedingungen erkannte er ein bestehendes Vorhofflimmern fast so genau wie ein EKG-Gerät. In einem weiteren Versuch, diesmal nicht im Labor, sondern im Alltag, war die Erkennungsrate allerdings bei weitem nicht so gut. Dennoch ist es beachtlich, was relativ einfache und weit verbreitete Geräte schon heute leisten können.

Der Fortschritt schreitet rasant voran

Und das beste ist: Die Entwicklung neuer Technologien schreitet rasant voran. Wenn heute die Vorhersage noch nicht zu 100% verlässlich ist, dann kann das in wenigen Jahren schon ganz anders sein. Das bedeutet aber nicht, dass Sie auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung verzichten sollten! Prävention ist immer besser als Therapie. Aber es ist doch ein beruhigendes Gefühl, dass wir uns auch selbst einen guten Überblick über unseren Körper verschaffen können, ohne zum Blutabnehmen zum Arzt gehen zu müssen.


von Debora Pape. 29.03.2018


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