Herzinfarkte kündigen sich an – Achten Sie auf diese Vorzeichen!

Jedes Jahr erleiden rund 280.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt, rund 50.000 davon enden tödlich. Warum? Häufig tritt der Infarkt unerwartet ein, der Betroffene oder sein Umfeld erkennen die Symptome nicht rechtzeitig und der Rettungsarzt kommt letztlich zu spät.

Was genau passiert bei einem Herzinfarkt?

Das Herz, unsere lebenswichtige “Pumpe”, wird vom Herzmuskel angetrieben. Dieser sorgt dafür, dass Blut durch unseren Körper fließt und die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Versagt der Herzmuskel – meistens, weil dessen versorgenden Blutgefäße (Herzkranzgefäße) verstopft sind -, kann das Herz seine Pumpfunktion nicht mehr verrichten. Dadurch kommt die Blutversorgung des Körpers ins Stocken. Ohne schnelle Behandlung führt ein solcher Herzinfarkt in kurzer Zeit zum Tod.

Ein Herzinfarkt kündigt sich an

Doch so völlig unvorhersehbar sind Herzinfarkte meistens gar nicht. Zum Einen sind wichtige Risikofaktoren seit langem bekannt – dazu zählen zum Beispiel Rauchen, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung, wenig Bewegung, hoher Blutdruck und Stress. Jedem gesetzlich Versicherten steht ab dem 35. Lebensjahr und dann alle zwei Jahre ein kostenloser Gesundheits-Check beim Arzt zu. Nutzen Sie diese Möglichkeit! Der Arzt prüft dabei etwa Blutfettwerte, die Hinweise auf Ihre Veranlagung zu einer möglichen Gefäßverkalkung geben können. So kann er, zusammen mit den erwähnten Risikofaktoren, Ihr persönliches Herzinfarkt-Risiko einschätzen.

Zum Anderen signalisiert der Körper bereits Wochen oder Monate vor einem akuten Herzinfarkt, dass etwas im Argen liegt. Das hat nichts damit zu tun, dass der Körper in die Zukunft schauen könnte, sondern weil einem Herzinfarkt meistens die sogenannte Koronare Herzkrankheit (KHK) vorausgeht. Es handelt sich aber weniger um eine (ansteckende) Krankheit. KHK bezeichnet letztlich den Vorgang der Verkalkung der Herzmuskel-versorgenden Herzkranzgefäße. Dieser Prozess kann sich über viele Jahre hinziehen und geht häufig mit verschiedenen Symptomen einher.

Lesen Sie nachfolgend einige frühe Warnsignale, auf die Sie achten sollten!

Atemnot und Kurzatmigkeit

Dieses Symptom trifft auf verschiedenste Erkrankungen zu – aber eben auch für Herzkrankheiten. Kommen Sie mit Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit schnell an Ihre Grenzen und bewältigen die Treppe nur noch mit Pausen zum Luftholen? Das könnte schon ein Anzeichen darauf sein, dass Ihr Herzmuskel nicht mehr in der Lage ist, derartigen Belastungen stand zu halten. Die beanspruchte Muskulatur des Körpers wird in dem Fall nicht mehr schnell genug mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt. Deswegen müssen Sie innehalten und durch schweres Atmen den Sauerstoffbedarf decken. Hier ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt angeraten!

Schmerzen in der Brust

Treten unter Belastung oder später auch im Ruhezustand Schmerzen in der Brust auf, oft verbunden mit einem Engegefühl, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Die sogenannte Angina Pectoris ist ein sehr häufiges Symptom der Koronaren Herzkrankheit. Dabei haben Betroffene das Gefühl, dass “ein Elefant auf ihrer Brust sitzt” und ihnen die Luft abschnürt. Wenn dieser beängstigende Schmerz nach einigen Minuten wieder nachlässt, kommt Erleichterung auf  – meist wird dieses Erlebnis gar als unwichtig abgetan. Das kann ein Fehler sein!

Schlafstörungen

Auch Schlafprobleme sind eine verbreitete Volkskrankheit und müssen nicht zwangsläufig auf eine Herzerkrankung hinweisen. Wenn Sie aber normalerweise gut schlafen, doch seit einiger Zeit mehrmals nachts aufwachen, vielleicht sogar heftigen Durst verspüren, sollten Sie der Ursache nachgehen. Ganz besonders nächtliche Schmerzen in der Brust sind ein wichtiges Warnzeichen!

Depressive Stimmungen und Erschöpfung

Ein Zusammenhang zwischen Depressionen und Herzerkrankungen wurde bereits nachgewiesen. Im Rahmen einer Studie des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg stellten Forscher fest, dass auffallend viele Patienten in den Monaten und insbesondere in den Tagen vor einem Herzinfarkt wegen psychischer Nöte einen Arzt aufsuchen und sich Psychopharmaka wie Schlaf- und Beruhigungsmittel verschreiben ließen. Diesen Zusammenhang bemerkten auch Mediziner, die an einer internationalen Bevölkerungsstudie arbeiteten: Vor einem Herzinfarkt nehmen pessimistische Grundeinstellungen zu und Betroffene klagen häufig über Freudlosigkeit, Müdigkeit und eine abfallende Arbeitsleistung.

Müdigkeit im Alltag betrifft natürlich die meisten von uns immer mal wieder. Aber wenn Sie ausreichend schlafen und sich trotzdem ständig matt und erschöpft fühlen, kann das auf eine Herzerkrankung hinweisen.

Übelkeit, Bauch- oder Rückenschmerzen und Verdauungsprobleme

Diese Anzeichen sind problematisch, weil man sie in der Regel nicht mit einem Herzinfarkt verbindet. Doch Wissenschaftler des American College of Physicians fanden heraus, dass sehr viele Herzinfarktpatienten in den vier Wochen vor dem Notfall über solche allgemeine Symptome klagten. Leider nimmt man solche Warnzeichen des Körpers auch dann häufig nicht ernst, wenn sie in dieser Form noch nie aufgetreten sind und keine Erklärung dafür offensichtlich ist. Also: Bei plötzlich aufkommenden, nicht zu erklärenden Schmerzen und unüblichem Unwohlsein – ab zum Arzt!

Prävention ist die beste Therapie

Wichtig ist, sich für die Vorzeichen und Risikofaktoren eines Herzinfarktes und der meist vorhergehenden Koronaren Herzkrankheit zu sensibilisieren. Wer diese Vorzeichen erkennt, kann rechtzeitig einen Kardiologen aufsuchen und seine Herzgesundheit durchchecken lassen.

Der wichtigste Schutz vor einem Herzinfarkt ist die Prävention. Eine gesunde Lebensweise ist die Basis für jede langfristige Herztherapie und wirkt sich außerdem merklich positiv auf Ihr Allgemeinbefinden aus. Denken Sie an Ihr Herz und versuchen Sie es!


von Debora Pape. 20.03.2017


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