Gefäßdoppler


Gefäßdoppler bezeichnet eine spezielle Ultraschalltechnik, die direkt im Herzkranzgefäß (intracoronar – in der Herzkranzarterie) den Blutfluss messen kann. Die Gabe eines Medikaments (Adenosin) zur Erweiterung der Herzgefäße simuliert eine Belastungssituation. Dadurch lässt sich auch die Steigerungsmöglichkeit des Blutflusses unter Belastung prüfen. Auf diese Weise stellt man fest, ob sich eine Verengung eines Herzkranzgefäßes tatsächlich auf die Durchblutung des Herzmuskels auswirkt und ob eine Behandlung erforderlich ist.

Der Herzkranz-Gefäßdoppler wird über einen sehr dünnen Draht, an dessen Spitze sich ein Ultraschallkristall befindet, durchgeführt.

Arztsuche

Wann wird eine Gefäßdoppler-Untersuchung durchgeführt?

Hochgradige Herzkranzgefäßverengungen führen zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels. Diese Minderdurchblutung äußert sich typischerweise als Druckgefühl hinter dem Brustbein oder im Bereich des linken Brustkorbes, unter Umständen mit Ausstrahlung in den linken Arm. Die Beschwerden treten zunächst vor allem bei körperlicher Belastung auf. Durch spezielle Belastungs-Untersuchungen (z.B. Fahrrad-EKG oder Herzszintigrafie) kann eine solche Minderdurchblutung nachgewiesen werden.

In der Herzkatheteruntersuchung zeigen sich zuweilen mittelgradige Verengungen der Herzkranzarterien. Als krankhafte Minderdurchblutung des Herzens zählt jedoch ein Grad der Herzkranzarterien-Verengung von mindestens 75%. Daher ist es schwierig festzustellen, ob eine festgestellte Verengung tatsächlich für die gezeigten Beschwerden verantwortlich ist.

Allein die Kontrastmitteluntersuchung kann die Notwendigkeit z.B. einer Ballonaufdehnung nicht anzeigen. Gegebenenfalls würde auch eine weitere medikamentöse Behandlung ausreichen.

Desweiteren kommt der Gefäßdoppler bei der Untersuchung von Patienten mit Herzbeschwerden zur Anwendung, bei denen sich keine Herzkranzgefäßverengungen mittels Kontrastmittel feststellen lässt. Mittels Kontrastmittel lassen sich allerdings nur die „großen“ (ca. 3 – 4 mm) Herzkranzarterien, die auf dem Herzen verlaufen, untersuchen. Mit dem Gefäßdoppler können darüber hinaus auch die so genannten „kleinen“ Herzgefäße, die sich im Herzmuskel aufzweigen, untersucht werden. Denn auch bei Erkrankung der kleinen Herzgefäße, z.B. durch langjährigen Bluthochdruck, kann die Durchblutung des Herzens eingeschränkt sein. Dies kann mit dem Gefäßdoppler geprüft werden.

Wie funktioniert die Gefäßdoppler-Untersuchung?

Der Herzkranz-Gefäßdoppler wird im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung angewandt. Zunächst führt der Arzt über die Leistenarterie einen Katheter zu der entsprechenden Herzkranzarterie. Durch das Innere dieses Katheters wird dann ein dünner Draht, an dessen Spitze sich der Ultraschallkristall befindet, in die Herzkranzarterie eingelegt.

Balloon-Tipped Catheter
Katheter in einer Herzkranzarterie. Statt des hier abgebildeten Ballonkatheters kommt jedoch ein Ultraschallkatheter zum Einsatz

Ultraschall misst den Blutstrom in der Herzkranzarterie und macht ihn auch hörbar. Das nun in die Herzkranzarterie injizierte Medikament Adenosin ruft eine für Sie nicht merkbare Belastungssituation in der Herzkranzarterie hervor; der Blutfluss steigt an. Ein Computer registriert die Signale des Gefäßdopplers und berechnet aus dem Blutfluss in Ruhe sowie dem Blutfluss unter Belastung die Steigerungsfähigkeit des Blutflusses in der Herzkranzarterie.

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Welche Risiken birgt der intrakoronare Gefäßdoppler?

Das Medikament Adenosin kann eine Störung im Herzrhythmus verursachen; diese hält allerdings nur für maximal 30 Sekunden an, da dann das Medikament seine Wirkung verliert. Es kann aber sein, dass Ihr Arzt Sie bittet, kräftig zu husten, damit das Herz seinen normalen Rhythmus wiederherstellt.

Desweiteren können Komplikationen im Bereich der Leistenarterie oder Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Kontrastmittel ähnlich wie bei Herzkatheteruntersuchung auftreten.

Autoren:
Dr. med. Eggebrecht
Prof. Dr. med. R. Erbel