Herz-Kreislauf-Check


Fotolia_1331318Früherkennungsuntersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems, auch Herz-Kreislauf-Check genannt, zielen in erster Linie auf die Erkennung der drei wesentlichen Krankheitsbilder koronare Herzerkrankung (KHK), Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen ab. Dabei kann im Rahmen eines Herz-Kreislauf-Checks kann zum einen Herz-Check-up, auch Cardio-Check-up genannt, und zum anderen ein Durchblutungs-Check-up durchgeführt werden.

Häufigste Ursache der KHK ist die fortgeschrittene Schädigung und Verengung (Arteriosklerose) der Herzkranzgefäße, die zu einer Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels (Angina Pectoris) und im weiteren Verlauf oder bei vollständigem Verschluss der Gefäße zum Herzinfarkt (Myokrdinfarkt) führt. Die KHK ist unter anderem auch Ursache für eine Herzinsuffizienz und (seltener) auch für Herzrhythmusstörungen.

Arztsuche

Erkennung von Risikofaktoren mit Vorsorgeuntersuchungen

Als Risikofaktoren für diese Erkrankungen gelten vor allem Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Für Ärzte ist es vor allem bei Patienten mit Symptomen und Beschwerden wichtig, eventuell vorliegende Risikofaktoren zu kennen. Denn daraus ergeben sich sowohl in diagnostischer als auch therapeutischer Hinsicht Konsequenzen für das weitere Vorgehen.

Im Vordergrund präventivmedizinischer Maßnahmen steht dabei die Gewöhnung an einen gesunden Lebensstil. Vorsorgeuntersuchungen können dabei eine sinnvolle ergänzende Maßnahme sein, individuelle Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen zu erkennen. Ohne eine entsprechende Umstellung des Lebensstils laufen auch aber auch aufwendige apparative Früherkennungsuntersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems ins Leere.

Umgekehrt gilt aber auch: Liegt bei einer beschwerdefreien Person keiner der genannten Risikofaktoren vor, sind sämtliche über die im Rahmen des Check-up 35 routinemäßig durchgeführten Maßnahmen wie Messung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz sowie Abhören der Herztöne hinausgehende Untersuchungen nicht notwendig. Lediglich die Aufzeichnung von Ruhe-, Belastungs- bzw. Langzeit-EKG oder bestimmte Laboruntersuchungen (Blutbild, Nierenfunktion) können im individuellen Fall zusätzlich erforderlich sein und wertvolle Hinweise liefern.

Untersuchungen bei einem Herz-Kreislauf-Check

Weitere diagnostische Verfahren, die im Rahmen eines Herz-Kreislauf-Checks zur Bestimmung des individuellen Herzinfarktrisikos angeboten werden, sind vor allem die Dopplerechokardiografie sowie die nichtinvasive Koronarangiografie.

HWI PTCA
Angiografie der rechten Koronararterie

Bei der Dopplerechokardiografie handelt es sich um ein spezielles Ultraschallverfahren zur Untersuchung des Herzens (Ultraschallkardiografie), das neben Gewebsstrukturen auch die Richtung und Geschwindigkeit von Blutflussströmen bildlich und in verschiedenen Farben darstellen kann.

Mit dieser Technik lassen sich insbesondere Defekte der Scheidewände von Kammern und Vorhöfen, Herzklappenfehler oder andere Undichtigkeiten oder Verengungen des Blutstroms sowie Herzmuskelentzündungen entdecken. Die nichtinvasive Koronarangiografie, entweder mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie durchgeführt, liefert über die Auswertung von Schichtaufnahmen Informationen zum Zustand der Herzgefäße und ermöglicht es zusätzlich, das Ausmaß eventueller Kalkablagerungen (Koronarkalk) zu bestimmen.

Arztsuche

Was ist ein Durchblutungs-Check-Up?

Als Durchblutungs-Check-Up werden Durchblutungsmessungen

  • der Becken- und Beinarterien
  • der hirnversorgenden Gefäße
  • der Halsschlagadern (Karotiden)
  • bei fehlenden anamnestischen oder klinischen Auffälligkeiten

bezeichnet. Dabei können mittels Dopplersonografie die Flussgeschwindigkeiten des Blutes bestimmt werden. Aus diesen Befunden lassen sich dann Rückschlüsse auf bestehende Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) und im Falle der Halsschlagadern auch auf das individuelle Schlaganfallrisiko ziehen.

Autor:
Dr. R. Behrens