Immunadsorption - Therapie der Herzschwäche

Immunadsorption

Die Immunadsorption stellt eine neue und vielversprechende Therapie der Herzschwäche infolge einer Herzmuskelentzündung dar. Sie wird insbesondere zur Behandlung einer dilatativen Cardiomyopathie angewandt. Die Komplikationen oder Risiken sind gering.

Was ist eine dilatative Cardiomyopathie?

Die dilatative Cardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die zu einer Herzpumpschwäche führt. Die Ursachen sind vielfältig, bei einem Teil der Patienten ist dieser Erkrankung eine Herzmuskelentzündung mit Viren (Myokarditis) vorausgegangen. Dabei können Viren selbst, aber auch durch eine Virus-Infektion angestoßene Veränderungen im Immunsystem eine Herzmuskelschwäche verursachen. So werden im Rahmen des Schädigungsprozesses häufig Auto-Antikörper beobachtet, die gegen das eigene Herzgewebe gerichtet sind. Es handelt sich um eine ernsthafte Erkrankung, deren Prognose bei einer unzureichenden Behandlung schlecht ist. Trotz einer optimierten medikamentösen Therapie bleiben häufig nur chirurgische Behandlungen, wie eine Herztransplantation oder die Implantation von herzunterstützenden Pumpen.

Und was versteht man unter einer Immunadsorption?

Bei Nachweis einer stattgehabten Myokarditis gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit einer speziellen Blutwäsche, einer sogenannten Immunadsorption, die aktuell aufgrund eines großen apparativen Aufwandes nur an wenigen kardiologischen Zentren in Deutschland durchgeführt wird. Hierbei werden die oben genannten Auto-Antikörper herausgewaschen.

Immunadsorption bei dilatativer Cardiomyopathie: Erläuterung der Technik

Das Blut des Patienten wird über einen Dialyse-Schlauch zunächst in Blutzellen und Blutplasma (flüssiger Blutbestandteil) getrennt. Das Plasma, das die krankheitsvermittelnden Antikörper enthält, wird über spezielle Filter geleitet. Diese Filter enthalten einen Wirkstoff, der diese Antikörper bindet. Nach Entfernung der Antikörper wird das Plasma wieder mit den Blutzellen vereinigt und dem Patienten zurückgegeben. Die Behandlung dauert zwischen vier bis sechs Stunden täglich und wird über insgesamt 5 Tage stationär durchgeführt.

Komplikationen und Risiken bei der Immunadsorptionstherapie

Komplikationen oder Risiken sind selten bei der Immunadsorption. Aufgrund einer durchgehenden Überwachung während der Therapie kann umgehend auf Veränderungen reagiert werden. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen und vorübergehenden Kribbelgefühlen der Hände.

Bisherige Erkenntnisse zur Immunadsorption bei dilatativer Cardiomyopathie

Mehrere Beobachtungsstudien belegen, dass bei ca. 70-80 % der Patienten eine andauernde Verbesserung der Herzleistung einhergehend mit Leistungssteigerung erreicht werden kann. Größere randomisierte Studien stehen jedoch noch aus, so dass die wissenschaftliche Evidenz dieser Technik limitiert ist.

Autoren:
Dr. med. Daniel Bulut
Prof. Dr. med. Andreas Mügge

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