Immunadsorption


Die Immunadsorption stellt eine neue und vielversprechende Therapie der Herzschwäche infolge einer Herzmuskelentzündung (Kardiomyopathie) dar. Sie wird insbesondere zur Behandlung einer dilatativen Kardiomyopathie angewandt. Die Komplikationen oder Risiken sind gering.

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Erklärung: Dilatative Kardiomyopathie

Die dilatative Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die zu einer Herzpumpschwäche führt.

Die Ursachen sind vielfältig, bei einem Teil der Patienten ist dieser Erkrankung eine Herzmuskelentzündung mit Viren (Myokarditis) vorausgegangen. Dabei können Viren selbst, aber auch durch eine Virusinfektion angestoßene Veränderungen im Immunsystem eine Herzmuskelschwäche verursachen. So werden im Rahmen des Schädigungsprozesses häufig Auto-Antikörper beobachtet, die gegen das eigene Herzgewebe gerichtet sind.

Es handelt sich um eine ernsthafte Erkrankung, deren Prognose bei einer unzureichenden Behandlung schlecht ist. Trotz einer optimierten medikamentösen Therapie bleiben häufig nur chirurgische Behandlungen, wie eine Herztransplantation oder die Implantation von herzunterstützenden Pumpen.

Erkenntnisse zur Immunadsorption

Mehrere Beobachtungsstudien belegen, dass bei ca. 70-80 % der Patienten eine andauernde Verbesserung der Herzleistung einhergehend mit Leistungssteigerung erreicht werden kann.

Größere Studien stehen jedoch noch aus, so dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Technik zur Zeit noch limitiert sind.

Vorstellung der Therapie: Immunadsorption

Bei Nachweis einer Myokarditis gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit einer speziellen Blutwäsche, einer sogenannten Immunadsorption. Hierbei werden die oben genannten Auto-Antikörper herausgewaschen.

Die Therapie ist aktuell aufgrund des großen apparativen Aufwandes nur an wenigen kardiologischen Zentren in Deutschland möglich.

Erläuterung der Technik bei einer Immunadsorption

Das Blut des Patienten wird über einen Dialyse-Schlauch zunächst in Blutzellen und Blutplasma (flüssiger Blutbestandteil) getrennt. Das Plasma, das die krankheitsvermittelnden Antikörper enthält, wird über spezielle Filter geleitet. Diese Filter enthalten einen Wirkstoff, der diese Antikörper bindet. Nach Entfernung der Antikörper wird das Plasma wieder mit den Blutzellen vereinigt und dem Patienten zurückgegeben.

Die Behandlung dauert zwischen vier bis sechs Stunden täglich und wird über insgesamt 5 Tage stationär durchgeführt.

Komplikationen und Risiken bei der Immunadsorptionstherapie

Komplikationen oder Risiken treten bei der Immunadsorption nur selten auf. Eine durchgehende Überwachung während der Therapie erlaubt eine umgehende Reaktion auf Veränderungen. Ebenfalls selten kommt es zu allergischen Reaktionen und vorübergehenden Kribbelgefühlen in den Händen.

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Autoren:
Dr. med. Daniel Bulut
Prof. Dr. med. Andreas Mügge