Katheterablation | Maßnahme bei Rhythmusstörungen

Katheterablation

Die Katheterablation stellt ein Verfahren zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen in der Kardiologie dar. Dabei stammt der eigentliche Begriff „Ablation“ aus dem lateinischen und bedeutet „abtragen“. Der Begriff Katheterablation wurde gewählt, da dieses Verfahren zunächst zur kathetergestützten Entfernung von Leitungsbahnen aus dem Herzen verwendet wurde.

Wie wird eine Katheterablation durchgeführt?

Bei der Katheterblation werden Schleusen in die Leistengefäße gelegt, über die modifizierte, elektrische Kabel (Katheter) in die Herzvorhöfe und -kammern eingeführt werden. Über die Katheter werden elektrische Impulse des Herzens registriert und der Herzmuskel stimuliert (s. auch EPU).

Left Heart Catheter
Schematische Darstellung einer Herzkatheteruntersuchung

Wird bei der Katheterablation eine elektrische Leitungsbahn, die zusätzlich zum normalen Erregungsleitungssystem besteht, oder ein zusätzlicher Impulsgeber im Herzen lokalisiert, können diese mittels eines speziellen Katheters abgetragen werden. Dabei wird ein lenkbarer Katheter an die vorher lokalisierte Stelle des Herzens geführt und dann ein Wärmeimpuls abgegeben. Diese Wärme wird durch einen Generator produziert, der einen Wechselstrom mit einer Frequenz von 500 – 1.000 KHz produziert (Radiofrequenzablation). Dadurch werden gezielt bestimmte Gewebeareale zerstört.

Wann wird eine Katheterablation durchgeführt?

Eine Katheterablation kann nicht bei allen Herzrhythmusstörungen durchgeführt werden. Da es sich um keine risikolose Behandlung handelt, empfiehlt sich häufig ein medikamentöser Behandlungsversuch.

Herzrhythmusstörungen, die sich prinzipiell für eine Behandlung per Katheterablation eignen, sind die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, das Wolff-Parkinson-White-Syndrom, das Vorhofflattern und spezielle Formen des Vorhofflimmerns. Auch ventrikuläre Rhythmusstörungen können in besonderen Fällen durch das Verfahren therapiert werden.

Welche Komplikationen können dabei auftreten?

Die erste Radiofrequenzablation wurde 1987 durchgeführt und das Verfahren ist innerhalb des letzten Jahrzehnts zu einer Standardmethode der Kardiologie weiterentwickelt worden, welche weltweit eingesetzt wird.

Mittels dieser Katheterablation werden bestimmte Areale des Herzens gezielt durch einen Wärmeimpuls ausgeschaltet. Das birgt jedoch auch die Gefahr der Zerstörung von Bestandteilen des normalen Reizleitungssystems. Daher kann es in Abhängigkeit von der behandelten Herzrhythmusstörung dazu kommen, dass die normale Impulsausbreitung im Herzen gestört -, und nach der Behandlung eine Schrittmacherimplantation notwendig wird. Dieser Fall stellt jedoch generell eine seltene Komplikation der Ablationsbehandlung dar (ca. 1 – 2 % der Behandelten).

Fazit: Was sind die Vorteile?

Die Katheterablation stellt heute die Therapie der ersten Wahl für Herzrasen aus dem AV-Knoten, Herzrasen unter Einbeziehung einer zusätzlichen Leitungsbahn und Vorhofflattern aus dem rechten Vorhof dar. Auch bei Vorhofflimmern kann sie durch elektrische Isolierung der Lungenvenen bei fehlendem Erfolg einer medikamentösen Therapie helfen. Außerdem ist sie für viele Menschen bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen eine gute Alternative zu Herzrhythmusmedikamenten. Hierdurch kann auf eine dauerhafte Einnahme von Tabletten verzichtet werden.

Aufgrund der hohen Erfolgsaussichten der Katheterablation bei der Behandlung von verschiedenen Herzrhythmusstörungen hat sich diese Therapieform in den letzten Jahren als ein Standardverfahren herausgestellt.

Autor:
Dr. med. H. Wineke

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