Laserangioplastie | Ablauf, Risiken, Alternativen und Nachbehandlung

Laserangioplastie

Die Laserangioplastie ist neben der Ballondilatation mittels PTCA, der Rotablation und der Stentimplantation ein Verfahren zur Behandlung von Herzkranzarterienverengungen.

Wann wird eine Laserangioplastie durchgeführt?

Gefäßalterungsprozesse (Atherosklerose), die durch verschiedene Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, cholesterinreiche Ernährung oder Zuckerkrankheit beschleunigt werden, führen zu Ablagerungen in den Herzkranzarterien, sog. Koronarplaques. Erreichen diese eine bestimmte Größe, entsteht eine Verengung der Herzkranzarterie (Stenose) und die Durchblutung des Herzmuskels wird vermindert. Die Behandlung solcher Verengungen kann neben der Ballondilatation (PTCA) der Stentimplantation und der Rotablation auch mittels Laserangioplastie erfolgen.

Die Laserbehandlung (Laser steht als Abkürzung für „Light Amplification by Spectric Emission of Radiation“) benutzt die gebündelte Lichtenergie zur Abtragung der Engstelle, um das Gefäß zu öffnen. Insgesamt stellt die Laserangioplastie (Angioplastie = „Gefäßwiederherstellung“) ein technisch aufwendiges Verfahren dar und wird eher selten in speziellen Zentren eingesetzt, dabei vor allem bei der Wiederöffnung von komplett verschlossenen Herzkranzarterien sowie bei der Behandlung von Wiedereinengungen nach Stentimplantation.

Wie läuft eine Laserangioplastie ab?

Der Ablauf der Laserangioplastie ist zunächst sehr ähnlich dem Ablauf der Herzkatheteruntersuchung und der PTCA sowie Stentimplantation. Ein Katheter wird über die Leistenarterie entgegen dem Blutstrom zum Herzen geführt. Durch das Innere dieses Katheters werden dann kleinere Katheter in die Herzkranzarterie vorgeschoben, um die Engstelle aufzudehnen. Daher wird dieser Katheter auch als Führungskatheter bezeichnet. Grundsätzlich muss die Laserdrahtbehandlung von der Laserkatheterangioplastie unterschieden werden.

Die Laserdrahtbehandlung wird vor allem bei der Wiedereröffnung von komplett verschlossenen Herzkranzarterien angewendet. Um eine nach einem Herzinfarkt komplett verschlossene Herzkranzarterie wiederzueröffnen, muss zunächst wie bei der PTCA oder Stentimplantation ein Draht über den Verschluss in die Herzkranzarterie geführt werden. Dies kann mit den herkömmlichen Drähten jedoch sehr schwierig sein, da zumeist ausgeprägte Verkalkungen des Gefäßes vorliegen. In diesem Fall wird dann mittels Laserdraht versucht, sich einen Weg durch den Verschluss des Gefäßes zu bahnen.

Dabei muss sehr vorsichtig vorgegangen werden, da der Laser keinen Unterschied zwischen Gefäßwand und Verschlussstelle macht, sodass eine erhöhte Gefahr besteht, das Herzkranzgefäß zu verletzen (Perforation). Gelingt die Passage des Verschlusses, wird der Draht bis weit in das Herzkranzgefäß vorgeschoben und anschließend über den Draht eine Behandlung der Verschlussstelle mittels Ballonaufdehnung und/oder Stentimplantation durchgeführt.

Bei der Laserkatheterangioplastie wird ein dünner Katheter, an dessen Spitze sich eine Laserquelle befindet, über den Draht in der Herzkranzarterie zu der Engstelle geführt. Hierzu muss zunächst die Engstelle unter Röntgenkontrolle mittels eines sehr dünnen, biegsamen Drahts, ähnlich wie bei der Ballonaufdehnung, passiert werden. Unter Abgabe von Laserenergie wird der Katheter unter Röntgenkontrolle langsam vorgeführt und die Engstelle abgetragen. Anschließend wird der Laserkatheter zurückgezogen und das Ergebnis mittels Röntgenkontrastmittel kontrolliert. In der Regel ist dann eine weitere Ballonaufdehnung und/oder Stentimplantation erforderlich, um eine ausreichende Gefäßbahn wiederherzustellen.

Welche alternativen Behandlungsmethoden zur Laserangioplastie gibt es?

Neben der Laserangioplastie kann eine Behandlung von Herzkranzarterienverengungen auch mittels Ballonaufdehnung, Stentimplantation oder Rotablation erfolgen. Sind allerdings alle 3 Herzkranzarterien verengt oder liegt die Verengung ungünstig, z.B. im Bereich der Hauptaufzweigung der Herzkranzarterien, muss eine Bypassoperation durch den Herzchirurgen durchgeführt werden.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einer Laserangioplastie aus?

Die Behandlung nach einer Laserangioplastie entspricht der nach einer PTCA und/oder Stentimplantation. Wird ein Stent eingesetzt, muss für 4 Wochen ein Medikament eingenommen werden, das die Blutplättchen hemmt (z.B. Plavix, Iscover oder Tyklid).

In der Regel wird eine Kontrolle mittels Herzkatheter nach 3 bis 6 Monaten empfohlen, da Wiedereinengungen vor allem nach Wiederöffnung eines Herzkranzgefäßes deutlich häufiger sind (ca. 30-50%). Bei Auftreten neuer Herzbeschwerden innerhalb dieser 6 Monate ist ggf. eine vorzeitige Kontrolle erforderlich. Ist eine Wiedereinengung vorhanden, muss eventuell mittels erneuter Ballonaufdehnung und zusätzlich einer Strahlentherapie nachgearbeitet werden. Bei einem guten Aufdehnungsergebnis ist die Behandlung abgeschlossen.

Die tägliche Einnahme von ASS (Aspirin) sollte lebenslang weitergeführt werden. Eine weitere Herzkatheteruntersuchung ist dann nur bei erneutem Auftreten von Herzbeschwerden erforderlich.

Welche Komplikationen sind bei einer Laserangioplastie möglich?

Zu den möglichen Komplikationen einer Laserangioplastie gehören Herzschmerzen während der Untersuchung, Herzrhythmusstörungen, Gefäßverkrampfungen und ein Durchstoßen des Herzkranzgefäßes mit dem Laserkatheter. Im ungünstigsten Fall kann eine Blutung in den Herzbeuteln entstehen, die unter Umständen eine Ableitung des Blutes aus dem Herzbeutel über eine Nadel (Pericardpunktion) oder im ungünstigsten Fall eine Operation erfordert.

Des Weiteren können Komplikationen im Bereich der Leistenarterie oder Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Kontrastmittel ähnlich wie bei Herzkatheteruntersuchungen auftreten. Wird ein Stent eingesetzt sind zudem weitere Komplikationen möglich.

Autoren:
Dr. med. Eggebrecht
Prof. Dr. med. R. Erbel

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