Mitralklappenvalvuloplastie | Zeitpunkt, Ablauf und Risiken der Behandlung

Mitralklappenvalvuloplastie

Die Mitralklappenvalvuloplastie, auch Mitralklappensprengung oder Mitralvalvuloplastie genannt, ist ein Therapieverfahren zur Behandlung von Verengungen der Mitralklappe (Mitralklappenstenose). Es handelt sich dabei um eine Sprengung der verengten Mitralklappe mittels spezieller Ballonkatheter.

Wann wird eine Mitralklappenvalvuloplastie (Mitralklappensprengung) angewandt?

Die Mitralklappeneinengung (Mitralklappenstenose bzw. Mitralstenose) stellt eine Behinderung des Blutflusses vom linken Vorhof in die linke Hauptkammer dar. Dadurch kommt es zu einem Rückstau von Blut in der Lunge. Besteht dieser Rückstau über längere Zeit, so entsteht eine deutliche Luftnot für den Patienten, die zunächst unter Belastungsbedingungen und später sogar in Ruhe auftreten kann. Am häufigsten handelt es sich bei diesen Mitralklappenverengungen (Mitralklappenstenosen) um narbige Schrumpfungsprozesse der Mitralklappe. Diese Schrumpfungsprozesse sind häufig auf Infektionen zurückzuführen, die bereits in der Kindheit abgelaufen sind (z.B. rheumatisches Fieber, Scharlach).

Durch die verbesserte antibiotische Behandlung sehen wir solche schweren Infektionen bzw. das rheumatische Fieber in der Kindheit nicht mehr. Daher treten solche Mitralklappenveränderungen bei Patienten aus dem westlichen Kulturkreis kaum noch auf. Mitralklappenveränderungen treten jedoch häufig bei Patienten der 3. Welt und bei ausländischen Mitbürgern auf, deren medizinische Versorgung lange Jahre unzureichend war. Vielfach führen Infektionen an der Mitralklappe nicht nur zu einer Engstelle (Stenose), sondern auch zu einem Leck (Insuffizienz). Besteht ein solcher kombinierter Mitralfehler, dann kann eine Klappe nur noch durch den Chirurgen ersetzt werden. Auch eine reine Mitralinsuffizienz ist häufig nur chirurgisch zu korrigieren.

Bei der isolierten Mitralklappenstenose bieten sich neben dem chirurgischen Klappenersatz auch die Möglichkeit einer kathetergestützten Mitralklappensprengung (Mitralklappen-Valvuloplastie) an.

Ablauf der Mitralklappenvalvuloplastie (kathetergestützte Mitralklappensprengung)

Der Zugang erfolgt wie bei anderen Katheteruntersuchungen über eine Punktion der Leistenvene (Vena femoralis). Von hier aus gelangt man über einen Katheter durch das venöse System in den rechten Vorhof. Um einen Zugang zur Mitralklappe zu erreichen, muss eine Punktion durch die Vorhofscheidewand vorgenommen werden (Transseptale Punktion). Diese Punktion erfolgt mit einer speziellen Nadel und erfordert eine gute Kenntnis der Anatomie und ein besonderes Geschick des Operateurs. Nach erfolgreicher Punktion wird wie bei anderen Herzkatheteruntersuchungen ein Führungsdraht in den linken Vorhof eingebracht. Über diesen Draht können dann alle weiteren Instrumente in den linken Vorhof eingeführt werden.

Es erfolgt dann eine schrittweise Aufweitung der Punktionsstelle, sodass schließlich der eigentliche Ballonkatheter durch die Vorhofscheidewand in den linken Vorhof eingebracht werden kann. Mit großem Geschick muss dann der Ballon durch die Mitralklappe in die linke Hauptkammer eingebracht werden. Dann wird der Ballon in die eigentliche Mitralklappe zurückgezogen und dort mit einem definierten Volumen auf einen Durchmesser von 26 – 30 mm aufgeblasen. Auf Grund der Ballondehnung kommt es zu kleinen Einrissen der Herzklappe meist an den seitlichen Rändern, sodass die Schlussfähigkeit der Klappe nicht behindert wird. In der Regel müssen mehrere Ballondilatationen zur schrittweisen Aufdehnung vorgenommen werden.

Risiken und mögliche Komplikationen der Mitralklappenvalvuloplastie (Mitralklappensprengung)

Der Erfolg der Mitralklappenvalvuloplastie (Mitralklappensprengung) mittels Ballonsprengung kann mit Hilfe der transösophagialen Echokardiografie (Schlauchschluckuntersuchung) überprüft werden. Die Gefahr der Mitralklappensprengung besteht in einem unkontrollierten Einreißen der Mitralklappe, wodurch die Schlussfähigkeit der Klappe nicht mehr gewährleistet ist. Es kommt dann zu einer mehr oder weniger großen Leckage. Mögliche Komplikationen der Mitralklappenvalvuloplastie (Mitralklappensprengung) sind:

  • Mitralklappenleck (Insuffizienz)
  • Verletzung des Vorhofs oder der Hauptschlagader

Die Mitralklappensprengung ist ein insgesamt anspruchsvoller Eingriff, der eine große Erfahrung des Operateurs verlangt. Zur Mitralklappenvalvuloplastie sind nur Mitralklappen geeignet, die nicht hochgradig verkalkt sind und bei denen eine isolierte Einengung vorliegt. Kombinierte Mitralklappenfehler (Einengung und Leck) sind nicht für eine solche Sprengung geeignet. Die Gefahr dieses Eingriffes besteht in einem höhergradigen Leck der Mitralklappe, die dann chirurgisch ersetzt werden muss.

In erfahrenen Händen ist die Mitralklappenvalvuloplastie (Mitralklappensprengung) doch ein erfolgreicher Eingriff und durchaus mit den Ergebnissen der Chirurgie vergleichbar.

Autoren:
Dr. med. D. Baumgart
Dr. med. Eggebrecht
Prof. Dr. med. R. Erbel

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